Porz-Mitte

Revitalisierung des Stadtzentrums

Neues Leben in der City

Die Porzer Innenstadt soll durch eine bauliche Neuordnung aufgewertet werden und dadurch auch wirtschaftlich neue Impulse erhalten. Den Kern des Vorhabens bildet die Beseitigung eines städtebaulichen Misstandes in Form des früheren Kaufhauses Hertie, das inmitten der City seit einigen Jahren leer steht und maßgeblich zu einer Verödung der Fußgängerzone beigetragen hat. Das verwaiste, abweisende Gebäude aus den 1970er Jahren, das den Friedrich-Ebert-Platz prägt, jedoch wie eine Barriere in den Wegebeziehungen wirkt, soll nach einem Votum des Kölner Stadtrates abgerissen, das Umfeld aufgewertet und revitalisiert werden. Der Ratsbeschluss stützt sich auf die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie, die von moderne stadt im Auftrag der Stadt Köln erarbeitet wurde.

Studie untersucht Chancen und Risiken

Die sanierungsbedürftige Immobilie ist seit 2009 nur noch eine leere, wenig ansehnliche Hülle. Intensive und langwierige Bemühungen, einen Käufer zu finden, der das Kaufhaus mit einer neuen Nutzung belegt, blieben erfolglos. Deshalb entschied sich die Stadt Köln im Oktober 2014 dazu, das Gebäude mit dem übergeordneten Ziel einer Revitalisierung der Porzer City zu erwerben. Zur sorgfältigen Klärung und Konkretisierung der unterschiedlichen Optionen und Rahmenbedingungen beauftragte sie die „moderne stadt“, Chancen und Risiken von Erhalt und Sanierung wie auch des Abrisses des Gebäudes unter städtebaulichen, architektonischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu prüfen und gegeneinander abzuwägen.

Korrektur städtebaulicher Fehlentwicklung

Zu den Kriterien der Analyse gehörte die städtebauliche Einbindung in die Umgebung, die Möglichkeiten der Höhenanpassungen sowie der baulichen Ergänzungen. Neben den Perspektiven einer verträglichen Nachverdichtung untersuchte moderne stadt außerdem, inwieweit Konzepte einer Umnutzung bei einem Erhalt des Bestandsgebäudes wirtschaftlich tragfähig sein können. Besonderes Augenmerk richtete sich ferner auf die zukünftige Aufenthaltsqualität und Nutzbarkeit des Friedrich-Ebert-Platzes, aber auch auf die Wegeführung und die Durchlässigkeit des Areals für Passanten.

INFOBOX
Eigentümer der Immobilie
Stadt Köln
Arealrund 4000 Quadratmeter
EntwicklungsstandMachbarkeitsstudie (2015)
Machbarkeitsstudiemoderne stadt mit JSWD für Stadt Köln
NutzungHandel und Wohnen
PerspektivePlanungswerkstatt (2016)
AdresseFriedrich-Ebert-Platz 3, 51143 Köln

Nach Abschluss der Arbeit konnten vier Varianten in der Bürgerschaft und den politischen Gremien zur Diskussion gestellt werden:

  1. Eine Umnutzung der Immobilie als Rathaus mit Stadtteilbibliothek
  2. Eine Umnutzung mit städtebaulicher Ergänzung auf dem Friedrich-Ebert-Platz
  3. Ein Abriss des Gebäudes als Grundlage einer städtebaulichen Neuordnung mit Einzelhandel und Wohnungen
  4. Sowie der Abriss des Warenhauses und eine Neuordnung mit Handel, Wohnungen, Rathaus und Bibliothek.

Das Urteil fiel einmütig aus: Sowohl die Bezirksvertretung Porz als auch der Rat der Stadt Köln folgten der Empfehlung von modernen stadt, das Gebäude abzureißen, das Areal mit dem Bau von drei neuen Gebäuden mit insgesamt etwa 36.000 m² Bruttogrundfläche neu zu ordnen, Rathaus und Bibliothek in die bauliche Umstrukturierung der Porzer Mitte aber nicht einzubeziehen. Diese Lösung überzeugt durch die Schaffung attraktiver Handelsflächen in den Erdgeschosszonen und einer Vielzahl von Wohnungen in den oberen Ebenen, sie gewährleistet guten Städtebau und verspricht klare Lauf- und Sichtbeziehungen. Da diese Variante die größte Nutzfläche für den Handel bietet, stärkt sie ihn in besonderer Weise als Frequenzbringer, der das Quartier beleben wird.
Ob sich der Vorschlag umsetzen lässt, durch einen Abriss auch des Dechant-Schemen-Hauses dunkle und unwirtliche Durchgänge zu beseitigen, die Pfarrkirche St. Josef wieder freizustellen und einen neuen Zugang zum Rhein zu schaffen, ist noch offen.

Perspektive

Vor dem Hintergrund des in der Machbarkeitsstudie belegten Potenzials hat sich moderne stadt um einen Erwerb der Immobilie beworben. In einer Planungswerkstatt werden die Ergebnisse der Studie nun konkretisiert.

Auf dieser Basis soll dann ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt und die Baufelder wie auch Investoren- und Architektenwettbewerben vorbereitet werden.

AKTUELLE STADTENTWICKLUNG